Vorstadtidylle in Raleigh
 
Das ist es also, das Appartement, in dem wir uns für die Zeit in Raleigh niederließen. Zwar ist unser Zimmer nicht sehr groß, dafür aber mit einer kleinen Küche und allem Zubehör ausgestattet und recht gemütlich.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Diese Produkte und auch anderes schon fertig zubereitetes Fleisch und der Kram aus Dosen ist um ein Vielfaches günstiger, als das frische jeweilige Äquivalent.
Man kann sich also entscheiden zwischen kiloweise Fertiggeschnetzeltem für die Mikrowelle oder einem kleinen frischen Stück Schweinefleisch. Toll. Sich gesund zu ernähren ist also teuer - so wird auch der Werbeslogan für verschiedene Abnehmprodukte verständlich: Losing weight must not be expensive!“
Haha, wir haben es dennoch geschafft. Sind noch immer gesund und schlank. ;)
 
So weit, so gut. Das war also mein erster Amerikaurlaub. Ich bin mir sicher, es wird nicht der letzte bleiben!
 
Nun wünscht mir zum Abschluss nur noch Glück, dass ich es morgen, am 20.01.2009 zurück nach Deutschland schaffe. Es ist nämlich Inauguration Day. Das bedeutet, dass Obama morgen offiziell sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten antritt. In Washington - von wo mein Flieger geht. Leider kann ich von hier aus nicht direkt zum Flughafen fahren, sondern muss in Washington zur U-Bahn Station laufen, dann mit der U-Bahn zu einer anderen Bushaltestelle fahren und erst mit dem Bus dort kann ich zum Flughafen fahren. Wegen der einzuplanenden Verzögerungen werde ich das Haus um 5h30 verlassen - in der Hoffnung, den Flug um 22h25 (!!) zu kriegen. Also haltet mir die Daumen! Und dann sieht man sich in einigen Tagen wieder hier auf meiner Seite - im schon frisch angelegten Japan 2009-Blog! :D Ich freue mich!
Montag, 19. Januar 2009
Nachdem wir einen Feueralarm, also einen fatalen Angriff auf unsere zarten Trommelfelle gleich in der ersten Nacht gerade so überlebt hatten (es war ein Generalalarm ohne Sinn im ganzen Gebäudekomplex), lebten wir uns schnell und gut ein. Das Appartement ist sogar mit einem Parkplatz ausgestattet, der uns, die da nicht mit einem Auto ausgestattet sind natürlich wenig nutzt. Aber allen anderen Bewohnern mit ihren riesigen Autos und Pick Ups und allem. Auf dem zweiten Foto im Hintergrund kann man noch einen Pick up in Tarnfarben erahnen. Hauptsache Pick Up. Wofür braucht man denn sowas hier? Ich habe in all der Zeit nicht einmal einen Pick Up gesehen, der tatsächlich etwas auf der Ladefläche hatte. Die fahren damit halt... einkaufen, zum Arzt... O.O
Wir gehen überall hin. Mit den Füßen. Die Busse fahren irgendwie und irgendwann kaum einsehbar und dazu noch selten. Glücklicherweise regnet es kaum - nur neulich, als wir gerade aus dem Einkaufszentrum ausgetreten waren, schüttete es. Vermutlich aufgrund unserer Warterei vor der Tür sprach uns eine Amerikanerin an um uns eine Fahrt zum Hotel anzubieten. Sehr freundlich! Sowas habe ich glaube ich noch nie erlebt. Schön. :)
Wenn wir unseren Wocheneinkauf machen, müssen wir etwa eine Stunde hin und ebenso lange zurück laufen. Leider ist das Walmart hier in der Nähe nur mit Elektronikartikeln und Haushaltswaren vollgestopft - bis auf eine miniklitzekleine Fastfood-Abteilung. Aber es gibt kein Obst, kein Gemüse... nur Chips und solche nahrhaften Dinge. Wir waren wirklich sehr enttäuscht. Zum Ausgleich führt der Weg zum „echten“ Supermarkt durch kleinere Nachbarschaften, die auf mich typisch amerikanisch wirken. Genau so, wie man sie in den amerikanischen Fernsehserien, welche auch unser deutsches Fernsehen dominieren immer sieht. Einstöckige Einfamilienhäuser mit gepflegtem Vorgarten. Vielleicht ein oder zwei Hunde - jedoch niemals angeleint. (Nervenkitzel pur beim Gang zum Supermarkt. Juhu.) Hier und da eine amerikanische Flagge oder auch eine andere an der Haustür. Briefkästen mit einem roten Hebel, den der Postbote aufrichtet, falls es Post gibt. Vor jedem Haus mindestens so viele Autos, wie Bewohner. Und alles ist irgendwie so... mysteriös idyllisch. ;D (Siehe Sleepy Hollow hier unten...)
Diese Nachbarschaften haben ihren Charme. Traurig nur, dass die Menschen darin so furchtbarer Werbung im Fernsehen ausgesetzt sind! Wobei das natürlich auch käuferorientiert ist und eben die Produkte widerspiegelt, die tatsächlich von Amerikanern gekauft werden. Daher ist Mitleid vermutlich gar nicht nötig. Was das für Werbung ist? Nun, etwa 30% der Werbung bewirbt Abnehmprodukte. Slim Fast, irgendwelche Pillen und aller möglicher Mist wird da beworben. Dann gibt es diese Werbung, die einen dazu anregt, völlig nutzloses Zeug von zu Hause aus zu bestellen. Und wenn man sofort anruft, dann bekommt man zwei zum Preis von einem, und dieser Preis wird auch nochmals halbiert und dazu gibt es noch 10 ganz tolle andere nutzlose Dinge!!! Man kann z.B. „Snuggies“ erwerben, das sind Fleecedecken, die man sich anziehen kann! Warum? Damit einem nicht kalt an den Armen wird, wenn man nach der Fernbedienung greift. Schon klar.
Natürlich wird auch Essen unglaublich hoch frequentiert beworben. Zunächst alle möglichen Fast Food Ketten (davon gibt es viele viele viele!) und dann der ganze Fast Food, den man sonst so im Geschäft kaufen kann. Keine Werbung für so etwas Triviales wie Joghurt oder Nudeln - es sei denn, diese Produkte haben entweder einen fettabbauenden oder muskelaufbauenden Effekt. Das alles hat zu unserem Leidwesen zur Folge, dass man eine Art Alien ist, im Supermarkt frische Produkte wie Obst, Salat, Gemüse oder auch frisches Fleisch oder Fisch kaufen zu wollen. Diese Produkte sind unglaublich teuer, was vielleicht an der fehlenden Nachfrage liegt. Fertiggerichte hingegen sind spottbillig - genau wie viele der Produkte von Fast Food Ketten. Es gibt im Supermarkt dieses Fertiggericht „Hungry Man“ - ganz viel Fleisch, fertig zubereitet für wenig Geld.