NEW YORK
 
Da saßen wir nun im Bus nach New York. Die Fahrt würde von Washington aus einige Stunden dauern, aber mit Obst und Bagels für das leibliche Wohl und uns selbst zur glänzenden Unterhaltung ausgestattet, verging die Zeit wie im Flug.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Offenbar waren amerikanische Frauen im Schnitt.... hm... größer? Anders strukturiert? Oder vielleicht auch einfach nur viel dicker. Leider hatte ich im kleinsten Shirt in der kleinsten Größe Stoffschwimmhäute unter den Achseln - und auch die Länge vermittelte einen leichten Nachthemdcharakter. Also kein T-Shirt für mich, eines jedoch für Jan (der auch wirklich Probleme mit den amerikanischen Größen hat) und jeweils einen riesigen Burger für jeden von uns. Dann waren wir glücklich und kehrten zufrieden ins Hotel zurück. ...Also erst im Hotel war ich zufrieden, den der Weg dahin war, wenn auch kurz, mal wieder fies kalt und ich hatte Angst, aufgrund der vielen Cola in meinem Bauch von innen heraus zu erfrieren.
Glücklicherweise trat das nicht ein und auch den nächsten Tag durfte ich erleben. Silvester. Neugierig? Dann schaut euch am besten gleich den nächsten Beitrag an! :)
Dienstag, 30. Dezember 2008
Es war zwar sehr sehr kalt, aber dafür schien uns versöhnlich die Sonne ins Gesicht. Also bezogen wir nur schnell unser Zimmer im Hotel und machten uns auf den Weg, Manhattan zu erkunden.
Es lag kein ganz kurzer Fußmarsch vor uns - vorbei am Empire State Building, den Broadway entlang herunter zum Ground Zero. Dann gingen wir ins Bankenviertel und schließlich zum Aussichtspunkt für die Freiheitsstatue. Danach wollten wir auf dem Weg zurück einen kleinen Abstecher nach Little Italy und China Town machen.
Schon nach etwa zwei Minuten auf der Straße packte ich euphorisch meine Kamera aus und begann, Fotos zu schießen. Auch, wenn ich noch größere Städte in den letzten Monaten erlebt habe kann man New York seine Größe und Erhabenheit nicht aberkennen. Dennoch unterscheidet sich die Stadt grundlegend von allem, was ich bisher erlebt habe. Obgleich man mitunter vor lauter Wolkenkratzern den Himmel kaum sehen kann, fühlte ich mich niemals eingeengt oder gar erschlagen wie beim ersten Besuch Tokyos. Das liegt nicht zuletzt an den breiten Straßen und ausufernden Wegen, welche überdies streng geometrisch im Gitter angelegt sind. So hat man an jeder Kreuzung einen weiten freien Blick in alle Richtungen. Das bringt ein wirklich überaus angenehmes Gefühl von Weiträumigkeit und Freiheit mit sich, so dass man sich trotz der gewaltigen Architektur und des lauten und zähen Stadtverkehrs irgendwie wohl fühlt.
Hier links seht ihr das Empire State Building. Jan und ich standen davor und waren etwas peinlich berührt wegen der Tatsache, dass wir nichts mehr darüber wussten. Der Name war jedem ein Begriff, dann musste das Gebäude doch irgendetwas wahnsinnig Aufregendes beherbergen! Im Hotel nachgeschlagen stellten wir fest, dass es einfach als Bürogebäude genutzt wird. Dann waren wir nichtmehr ganz so verschämt. Wir hatten eher mit etwas ... Bedeutsamen gerechnet, nech.
Der Broadway ist tagsüber eher verhalten - die kuriosen Gestalten sowie schick gekleidete Theatergänger schlafen wohl zu dieser Zeit noch, bzw. nehmen ihren Nachmittagstee ein. Erst Abends ist hier was los - wenn auch die Theater öffnen und so die Gegend beleben. Etwas von dieser Atmosphäre liegt dennoch auch tagsüber in der Luft. Ausgehend vom Central Park und den großen Einkaufsstraßen im Norden, über den Broadway weiter nach Süden tanzt eine stilvoll geschmückte Fahne im Wind der Millionen von Menschen - auf dieser in großer Schrift „LIFESTYLE“ steht. Alles ist auf das Wohlbefinden der Stadtbewohner ausgerichtet - Einkaufen, Wellness, Essen, Ausgehen. Das steht auf dem Plan und alles andere scheint nebensächlich.
Weiter im Süden schlägt diese Tendenz um, wenn man das Gelände des ehemaligen World Trade Centers passiert. Dennoch herrscht dort nicht jene gespenstische Stille, welche ich aufgrund jahrealter Fernsehaufnahmen und der Fotos und Filme erwartete. Es ist längst wieder Alltag eingekehrt und auf dem Gelände arbeiten emsige Arbeitskräfte daran, das nächste ultimative Gebäude zu errichten. Also keine Heubälle, die im Schatten von Ruinen über das stille Gelände fegen. Baustelle. Leben. Routine.
Nun näherten wir uns schon der Aussichtsplattform, von der aus man die Freiheitsstatue sehen könnte. Ich wusste nicht, dass sie doch so weit entfernt von Manhattan, der zentralen Insel New Yorks, entfernt ist. Daher hier auch nur ein Foto aus der Ferne - aber immerhin bei Sonnenuntergang! :D Leider sieht man nicht viel. Das Objektiv, das das in einer mir angemessenen Qualität kann wird eine Anschaffung sein, die nicht getätigt wird, bevor die Einrichtung der Wohnung und dergleichen abgeschlossen ist. ;)
Mit dem Untergang der Sonne verschwand nun zu meinem Leid auch der letzte Hauch jedweder Wärme von der Insel. Es war so unendlich kalt, dass ich schon wieder Schmerzen hatte und auch die Kamera nicht mehr auspackte - denn das Benutzen verursachte einen zu großen Kälteverlust. An Temperaturen unter 0 war ich wirklich nicht gewöhnt.
Weil es hier am Wasser natürlich heftig windete, genossen wir die Aussicht nicht sehr lange (Genuss und vor Kälte bald abfallende Finger + Nase widersprechen sich auch...) und gingen weiter in Richtung Wall Street. Hier löste nun eine imposante und erhabene Atmosphäre die leichtfüßige Stimmung aus dem Zentrum Manhattans ab. Gigantische Bankengebäude und vor Reichtum nur so strotzende Stücke Architektur prägten nun das Stadtbild und füllten jeden Winkel unseres Gesichtsfeldes - und zwar egal, wohin wir auch immer schauten. Kontrastprogramm bot schließlich das quirlige Treiben in China Town und die abendliche Romantik in Little Italy. Hier reihen sich kleinere Lädchen und Stände an kleinere Snackbuden und schickere Restaurants. Die abendliche Atmosphäre steht der Gegend ausgesprochen gut und die strahlende Beleuchtung lässt einen niemals den Weg aus den Augen verlieren. Nun, was sage ich denn da? in New York ist es zu keiner Zeit jemals irgendwo dunkel...
 
Mittlerweile war ich halb (Oberkörper) bis ganz (Rest) erfroren. Um uns wieder aufzuwärmen und die völlig ausgefressenen Energiespeicher wieder zu füllen, gingen wir im New York Hard Rock Cafe essen. In Peking war ich zum ersten mal in einem, um mir mal wieder westlichen Wind um die Ohren wehen zu lassen und seitdem bin ich Fan. Schon einige T-Shirts aus verschiedenen Städten befinden sich seitdem bereits in meinem Gepäck und natürlich sollte auch New York nicht in der Reihe fehlen! Bisher war es so, dass mir die kleinste Größe in China sehr gut passte, die kleinste Größe in Japan ging noch gut.... aber in Amerika erwarteten mich nun völlig andere Dimensionen.