Chinas Kunst kann was
 
In Peking gibt es etwas außerhalb gelegen ein weitläufiges Gebiet, das als „798 Art District“ bekannt ist. Einstig ein Industriegelände, haben sich dort im neuen Jahrtausend viele Künstler und Galeristen ansässig gemacht und leben nun dort ihre Kunst.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Leider war es in vielen Galerien verboten, Fotos zu machen, so dass ich euch keinen besonders umfassenden Eindruck vermitteln kann. Aber im Titel seht ihr das Beispiel einer Künstlerin, deren Intention ja wohl deutlich ist. Ihr könnt mir nicht erzählen, dass ihr damit genauso wenig anfangen könnt, wie mit „einem Kreis, einer Linie und einem Punkt“.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hier noch ein Beispiel einer wohl nicht abstrakten - wohl aber abstoßenden Kunst. Das kommunistische China gebietet dem Konsumrausch schon seit Jahrzehnten Einzug und in der Kunst kann man sich beispielsweise auf solcherlei Art kritisch dazu äußern:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das ist sicher nicht diese Art von Kunst, die man sich kauft und dann ins Wohnzimmer stellt. (Bzw. braucht man für links und oben jeweils vielmehr eine Garage), aber es lohnt sich, sie anzuschauen und sie angesichts dessen, was man hier im Alltag wahrnimmt zu reflektieren.
Ich hatte auch schon in der Deutschen Botschaft hier in Peking eine Ausstellung internationaler und chinesischer Künstler zum Thema Olympia gesehen und war begeistert. Und schließlich - was man auch nach langen Gesprächen mit Chinesen oft deutlich wahrnehmen kann - sieht man an der chinesischen Kunst ganz unabstreitbar, dass die Chinesen kein höriges Volk sind. In den westlichen Medien kommt zur Zeit nicht vielmehr an als ein Eindruck Chinas von einem Volk, das mit seiner Regierung identisch ist. Aber das ist nicht so. Und angesichts dieser Kunst hier kann das wirklich niemand ernstlich bestreiten.
 
Nun noch eine ganz andere triviale Sache zum Abschluss:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Und das habe ich hier einmal für euch dokumentiert. Meine Arme sind mittlerweile so braun wie die der Chinesen, genau wie meine Unterschenkel ab exakt dort, wo meine Sporthose und mein Rock aufhören. Der Oberschenkel ist immer noch pfahlweiß, haha. Und wenn man ganz genau hinsieht, dann kann man an auch an meinem Fuß diese starke Grenze sehen - denn auch gegen Socken und Docks konnte sich die Sonne bisher nicht durchsetzen.
Wenn ich mich im Spiegel sehe wirkt es ein wenig so, als hätte man mich an manchen Stellen braun angemalt. Naja, das geht in Japan bestimmt wieder weg. (Nächste Woche geht es los! Whaaaa! :D)
 
Vorher gibt es aber noch mehr Chinablog. Ich bin hier schließlich noch nicht fertig - wenn auch bereits farbig markiert.
Montag, 22. September 2008
Mittlerweile sind aber auch sehr viele Cafes, Handicraft-Händler und Buchläden dort vorhanden, so dass sich eine in sich abgeschlossene und vielschichtige Gesellschaft gebildet hat.
Das Gelände ist wirklich sehr schön und der Wechsel zwischen großen Ausstellungshallen und kleinen Straßengalerien mit jeweils nur 5-20 Ausstellungswerken hat wirklich seinen besonderen Charme. Zudem ist das Gelände reichlich mit Bäumen und Pflanzen bestückt und dadurch zu dieser Zeit wunderbar grün. Erstaunlicherweise schien sogar die Sonne, obwohl das siffige Triefwetter gemeldet war.
Vielleicht wegen der angenehmen Atmosphäre zieht es auch viele Menschen hierher, die eigentlich kein Interesse an Kunst haben. Von einigen Mitgliedern der Summer School hatte ich gehört, dass die Ausstellungswerke alle sehr abstrakt sein sollen und dass man ja überhaupt nichts verstehe.
Natürlich hat mich das als Kunststudentin nicht abgeschreckt, haha. Dennoch muss ich sagen, dass ich deren Einschätzung ganz und gar nicht bestätigen kann. Im Gegensatz zu dem, was sich mittlerweile (zu meinem Unbehagen...) in Europas Kunstszene abspielt, ist das, was ich hier gesehen habe erstaunlich gegenständlich, offen und direkt.
Und auch hier in dieser Videoinstallation ist doch nicht wirklich verborgen, um was es geht. In diesem Fall: Regimekritik, ganz einfach! Einiges fällt der Zensur auch in der Kunstfabrik zum Opfer, anderes wiederum schafft irgendwie seinen Weg durch die Maschinerie.
Das Ekelwetter, von dem ich häufiger sprach, möchte ich euch doch zumindest einmal zeigen. Dabei ist es heute noch viel furchtbarer, als hier im Video, aber ich war echt zu faul (angesichts eines bereits bestehenden Videos...) noch mal den Camcorder samt Videobearbeitungsprogramm anzuschmeißen. Verzeiht mir bitte. :)
 
Und falls uns hier nicht das siffige Triefwetter heimsucht, dann verbrennt uns die Sonne die Ohren und alles, was sonst noch so frei liegt. Ich bin ja schon immer mit Sonnencreme und Sonnenschirm ausgestattet und konnte mich bisher sehr erfolgreich gegen Sonnenbrand wehren. Aber nicht gegen eine Handvoll Sommersprossen (eher so ein Dutzend Handvoll Sommersprossen) im Gesicht und insbesondere die Sonnenbräune an all jenen Körperstellen, die nicht von Kleidung bedeckt sind.