Chinesisches Essen! - Eine höchst subjektive Zusammenfassung
 
Nun sind es nur noch vier Tage, bis ich nach Japan fliege. Auch dadurch, dass ich hier eigentlich noch genug Nahrungsmittel für etwa acht Jahre habe und nicht mehr einkaufen gehen muss, sehe ich meine kulinarische Entdeckungsreise in China als abgeschlossen an. (Abgeschlossen für diesen Aufenthalt!) Ich komme aber nicht umhin, noch einige Höhepunkte in diesem Beitrag zusammenzufassen.
 
Zunächst dort oben: Das war mein Leibgericht in der Mensa der Uni, an der ich im August studiert habe. Da ich ja nicht zu Mittag esse war ich über die abendlichen Öffnungszeiten höchst erfreut und ging beinahe jeden Tag dort hin. Nach wirklich kurzer Zeit habe ich dann auch fast immer diese Nudelsuppe mit Tomaten und Ei gegessen - die ist einfach der Renner.
Jedes der Gerichte (also eine Schale) kostete zwischen 5 und 20 Cent. Für 40 Cent z.B. wurde man mehr als satt. Hier noch eine kleine Auswahl an anderen sehr sehr leckeren Gerichten in der Mensa:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das Frühstück im Hotel war eine merkwürdige Angelegenheit. Einerseits gab es typisch chinesische Speisen, wie sauer Eingelegtes, gebackenes Ei, merkwürdiges Gemüse, Nudeln und Wassermelone:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Und auf der anderen Seite wollte man uns auch westliche Dinge anbieten. Die Milch haben wir gerne getrunken (damals noch ohne Milchskandal in China...), aber der grüne Kuchen (manchmal auch lila, oder blau, oder...) und die Muffins und die komischen leuchtend bunten Süßspeisen nervten schon nach sehr kurzer Zeit.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die wahre Entdeckungsreise begann aber erst im September, nachdem ich die Wohnung bezogen hatte. Die fast tägliche Reise zum Supermarkt verführte mich dazu, die merkwürdigsten Dinge zu kaufen. Nicht alle habe ich fotografiert, aber immerhin einige.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
„Ach du heiliger Klabautermann, TROCKENFLEISCH? Und dann auch noch in ZUCKERGUSS auf einem DONUT klebend? AAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHH!“ wird dabei sicherlich der eine oder andere (jeder?) von euch denken. Habe ich schließlich damals  auch, so wie alle anderen Schüler, die wir im Jahr 2000 bereits in China waren.
Aber jetzt bin ich ja wagemutig und probiere (fast) alles. Und ich kann euch sagen, dass diese Donuts richtig gut schmecken! Das Trockenfleisch ist recht fettig und salzig und die Kombination von Fett, Salz und Zucker ist eine in China äußerst beliebte. So wird ja auch und gerade Pekingente durch diese drei Komponenten geprägt: Eine fettige knusprige Haut, ordentlich gewürzt und gesalzen und dazu kommt sie süße Pflaumensoße.
Auch in der deutschen Küche gibt es diese Gerichte - Putenkeule oder Reibekuchen mit Apfelmus, Wildbraten mit Preiselbeersoße und dergleichen. Dasselbe Prinzip, aber wir sind noch zu scheu, das auch in anderen Kombinationen auszuprobieren. Aber im Ernst, das lohnt sich! Ich schätze diese Mischung mittlerweile sehr und dippe meine Geflügelkeule auch gerne in Erdbeermarmelade, die dazu gereicht wird. Alles nur eine Frage der Gewöhnung, dann ist es ein kulinarischer Hochgenuss ... und so kann man dann schließlich auch herzhaft in den Trockenfleischdonut reinbeißen. (Und neulich hatte ich zum Frühstück ein süßes Stück Kokosnussbrot mit Senf und Käse. Lecker. Und das, obgleich ich mittlerweile Anlaufstellen für ungesüßtes ganz normales Baguette habe.)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ich stelle euch die hier mal vor: Apfel, Ananas, Mango, Erdbeer, Pfirsich, Orange, dann gibt es noch Traube und auch...Lytchi. Die sind ja noch so alle bekannt oder im Rahmen, dadurch, dass es Fruchtgeschmack ist.
Aber dann haben wir auch Frische-Milch-Geschmack, Schokogeschmack, Joghurtgeschmack und Buttergeschmack. Hm. Butter? Ja in der Tat. Butter und Milch und Joghurt und eben die ganzen Milchprodukte sind ja noch eher neu in China, so dass sie in jeder nur möglichen Form angeboten werden. Die Lutscher waren auch alle lecker, selbst der Butterlutscher - der eigentlich milchig-karamellig schmeckt. Glücklicherweise.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hehe, meine Zusammenfassung des chinesischen Essens behandelt hauptsächlich den Bereich Süßigkeiten. Wie typisch! Aber ich war auch oft in Restaurants essen und habe sonst jeden Abend selbst gekocht. Die chinesische Küche ist unglaublich facettenreich - wenn auch auf Dauer nicht sonderlich gesund. Es sind für meinen Geschmack viel zu viele Geschmacksverstärker und künstliche Produkte im Spiel, so dass ich auf lange Zeit mir nicht nur um meine Gesundheit, sondern auch um meine zarten empfindlichen Geschmacksnerven Sorgen machen würde.
Glücklicherweise ist das in Japan anders. Da ist weniger mehr.
 
In wenigen Tagen geht es für mich ja auch schon los! Habe heute die Koffer zur Probe gepackt um festzustellen, was ich alles nicht mitnehmen kann und im Paket nach Deutschland schicken muss. Gut, mir war bewusst, dass es nicht wenig ist, aber 14 Kilo sind doch schon eher viel. Aber hey, das ist es wert. So ganz ohne Souvenirs und Geschenke reise ich dann doch nicht wieder ab.
Ich bin jedenfalls schon in Aufbruchstimmung und freue mich wahnsinnig auf Japan. Endlich! Da geht ein Lebenstraum in Erfüllung! Jetzt kann meine Laune nichts mehr trüben - nicht mal die graue Dunstwolke die aus ihrem Urlaub während Olympia wieder nach Peking zurückgekehrt ist, weil die Einschränkung der Autos und Fabriken wieder aufgehoben wurde. Und das will schon etwas heißen!
 
Einen Beitrag wird es noch aus China geben. Also schaut bald wieder rein!
Samstag, 27. September 2008
Was ich mir ziemlich schnell abgewöhnt habe ist Sachen zu kaufen, deren Verpackung man nicht ansatzweise ansieht, um was es sich handelt. Das hier zum Beispiel. Man sieht zwar die Abbildung, aber es ist nicht deutlich, was für ... eine Art von Nahrung das überhaupt ist. Fleisch? Nüsse? Gemüse? Was ganz anderes?
Schließlich waren es Nüsse in einer Art Panade. Und sie schmeckten furchtbar. Denn irgendwie haben es die Chinesen geschafft, jede Art von Geschmacksrichtung in diesen Dingern unterzubringen. Das ist quasi der Geschmacksurknall. SÜß, SAUER, SALZIG, SCHARF, BITTER, ALLES! Erst gleichzeitig und dann noch mal nacheinander, so dass man sich ständig erschrickt! Aber das schmeckt schlimm! :D Ich habe sie dann weggeworfen, die Biester.
Ansonsten habe ich hier wider Erwarten sehr viele sehr gute Süßigkeiten vorgefunden.
Angefangen bei den Bäckereien - die schießen hier nur so aus dem Boden. Da kann man zum Beispiel so ein herrliches Stück Schokoladentorte für 70 Cent erwerben. Und eben auch andere wirklich schmackhafte Stückchen, die glücklicherweise nicht alle grässlich bunt sind.
Diese Donuts hier unten sind wiederum aus der Bäckerei im Supermarkt. Vier Stück für 60 Cent. Sind nicht ganz so wohlgeformt, wie wahrscheinlich die bei Jan in Amerika, aber dafür auch sehr lecker (und fettig! :D) Ich stelle sie euch einmal vor. Hinten rechts ist der obligatorische Schokodonut, daneben  einer mit Kokosflockenpanade, dann vorne links einer mit Cremefüllung und der vorne rechts hat Zuckerguss mit einer Trockenfleischpanade.
Wo wir doch gerade wieder bei Bäckereien sind, hier nur mal die Impression eines dieser wie mir scheint dem Westen nachempfundenen Stückchen.
Dabei gibt es doch so einen bunten Rummel bei uns nicht und gerade die richtig richtig guten Sachen wie Käsekuchen, gedeckter Apfelkuchen oder Schokoladenbrownies kommen völlig eintönig und farblos daher. Also da können die Chinesen doch noch Einiges von uns lernen...
Dann hier links noch einer meiner Favoriten von der Fertigessentheke im Supermarkt. Es ist etwas aus Bohnenmehl Gemachtes, recht süß, mit Sesam paniert und schließlich frittiert. Trieft auch wirklich vor Fett und ist richtig richtig lecker. Diese Geschmacksnuance des Bohnenmehls habe ich außerhalb Chinas noch nie ansatzweise geschmeckt. Tolles Zeug!
Aber jetzt mal zu den Süßigkeiten im eigentlichen Sinne. CANDY. :)
Hier oben sind zwei ganz besondere Lieblingsprodukte meiner Person. Apfelbonbons und Milchkaubonbons mit den Geschmacksrichtungen Milch, Schoko, Erdbeer und Mango (aber Mango ist ekelig). Davon habe ich bestimmt schon jeweils 800000 Tüten leer gegessen.
Dann haben wir hier etwas, von dem ich annahm, dass es eine Art Sirup mit einem Stück Obst drin sei. Ist aber nur fieser Wackelpudding, der nach nichts schmeckt mit einem gefärbten Stück....?
Irgendwas ist jedenfalls drin.
Und hier unten haben wir Lutscher. Hmmmm, ich liebe die! Habe am Anfang mal alle Geschmacksrichtungen gekauft und probiert und mich dann auch auf die leckersten festgelegt. Auf manchen stand auch nichts Englisches drauf und auch der Geschmack konnte mir nicht immer verraten, welches Lebensmittel diese jeweiligen Lutscher in der Form einer runden farbigen Zuckerkugel repräsentieren wollten.
Die meisten sind gut, manche glatt genial, aber es gibt auch ein paar komische. Natürlich.
Auch gibt es hier sehr viele Apfelprodukte und die schmecken mir richtig gut. Säuerlich süß! Daher kaufte ich mir einst eine Dose Apfelfanta. Und am nächsten Tag eine 2-Liter-Flasche.
Sieht ganz schön unnatürlich aus, nicht? Wenn man darüber nachdenkt, ist das Zeug aber „nur“ genauso unnatürlich wie Fanta Orange und Cola auch. VOLLKOMMEN unnatürlich eben. ;)
Und zuletzt noch ein Videobeitrag  zum Thema Eis. Bitte unbedingt anschauen. Ich bringe hier ein großes Opfer für euch. ;)