Honolulu im Zeitraffer...
 
...hieß das Programm für mich, als Jan hier war. Schließlich wollte er auch alles das erfahren, vielmehr die Crème de la Crème dessen erleben, was ich schon gesehen hatte! Daher haben während seiner ersten Tage hier erstmal den Nahbereich durchforstet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Montag, 17. Oktober 2011
Gut, „Nahbereich“ ist im Grunde alles auf dieser Insel. Mit dem Auto ist man in 90 Minuten auf der anderen Seite und  mit dem Rad kann man die zentralen Stätten innerhalb einer Stunde wunderbar erreichen. Das sind (für mich!) zum einen Ala Moana mitsamt herrlich schönem Park und Strand - auch hier links noch einmal zu sehen. Die Mall ist indessen auch mein Arbeitsplatz, dort verbringe ich einen guten Teil meiner Zeit mit Feldforschung. Dazu folgt gar freilich später noch ein Bericht!
Aber auch in Waikiki haben wir uns das eine oder andere Mal herumgetrieben. Das ist vielleicht auch der einzige Ort auf der Insel, wo man mit solchen Gesichtsfarben wie den unsrigen (= käsig weiß mit roten Flecken) in der Mehrheit ist. Touristen über Touristen! Und beinahe alle jene, die nicht käsig daherkommen (und auch nicht dort arbeiten), sind aus Japan angereist. Darauf ist die Tourismusindustrie in Waikiki bestens eingestellt, so dass viele Straßenverkäufer ein paar japanische Floskeln beherrschen, insbesondere für das japanische Geld entsprechend anspruchsvolle Angebote vorherrschen und alle touristischen Angebote auch in japanischer Sprache ausgeschrieben sind. Die Folge: Für manchen Japaner entsteht die Illusion, ganz Hawai‘i spräche fließend japanisch. Was uns einmal in die merkwürdige Situation brachte, so einfach mitten am Tag am Strand von zwei jungen Japanern in japanisch angeplappert zu werden. Sie wollten nur fragen, ob wir deren Strandmatten haben wollen, weil sie abreisen und die Matten nicht mehr brauchen würden. Ich antwortete (nach einigen Sekunden akuter Verwirrtheit), dass wir sie nicht bräuchten und die beiden zogen wieder von dannen. Also... es ist hier wirklich nicht so, dass die Mehrheit der nicht japanisch-stämmigen Menschen japanisch sprechen würden, ganz und gar nicht. Selbst die japanisch-stämmigen sprechen nur selten japanisch. Jedoch, nachdem ich ihre Erwartungen erfüllt habe, ist für jene beiden Japaner die Illusion nun perfekt!
Nicht wenige Japaner kommen für ihre Hochzeitsfeier mitsamt Flitterwochen nach Hawai‘i. Nicht wenige heißt, tatsächlich so viele, dass ein ganzes Geschäft dafür entstanden ist. So ist auch Ina als Organistin die ganze Woche über gut damit beschäftigt, die japanischen Träume einer westlichen Märchenhochzeit wahrwerden zu lassen. Und die teuren Hotels am Strand Waikikis erfreuen sich freilich auch daran. An besonders hochzeitsfreudigen Tagen (welche das sind? Ich habe das Muster noch nicht erkannt!) läuft man in Waikiki an den Auffahrten der Hotels vorbei und vor jedem hält gerade eine glänzend weiße Stretchlimousine aus der eine glänzend weiße japanische Braut aussteigt. Ebendieses Szenario gleich mehrmals hintereinander, nur wenige Meter voneinander entfernt. Welch ein einzigartiges Erlebnis! =) Nein, dann präferiere ich doch eher klein, fein und einzigartig!
Nicht nur die japanischen, sondern gar alle Touristen, die für eine Nacht in einem solchen Hotel soviel zahlen wie ich hier oder in Dortmund als Monatsmiete, wollen freilich auch wohl unterhalten sein. So kommt es, dass man mitunter durch eine Hula-Show oder eine andere kulturalistisch pointierte Aufführung stapft. Einmal fand ich mich plötzlich inmitten dieser in leidenschaftlichem Rot gekleideten und mit kleinen Muschelschellen an den Füßen ausgestatteten Herrschaften wieder. Das alles, als ich gerade aus einem der nahen Geschäfte kam und in Vorfreude auf mein Onigiri nicht ganz auf die Umgebung achtete. Ich war gar überrascht!
Jan und ich haben uns aber sicherlich nicht nur in Waikiki aufgehalten - neben weiteren Zielen an den anderen Küsten der Insel sind wir an einem Tag auch nach Unterstadt (so! :D) aufgebrochen. Und das, wo dieser Ort mir doch auf eine Art unheimlich erscheint und ich mich dort nicht ganz wohl fühle. Nun ja, der prestigeträchtige Bereich um den Palast herum ist tatsächlich wirklich schön und es herrscht auch eine angenehme Atmosphäre. Hier auf diesem Bild seht ihr die Statue vom König Kamehameha, der die hawaiianischen Inseln einst einte. Ich musste ziemlich lange auf dieses Foto warten, welches nun keine mit Victory-Zeichen posierenden Touristen, vor der Statue bis zum Foto wartend, beherbergt. Hinter der Statue befindet sich das erste Regierungsgebäude der Insel - es wurde schon 1874 erbaut. Noch immer wird es zu diesem Zweck genutzt. Auf dem Foto darunter seht ihr, gleich auf der anderen Straßenseite der Statue, den einstigen Königspalast. Sicherlich ist er auch von innen schön anzuschauen, aber da man nur in einer  bezahlten Gruppenführung Zutritt bekommt (und ihr wisst sicherlich, wie sehr ich solcherlei Führungen mag...), vermag ich das nicht weiter zu beurteilen. Oh, aber ja, alle Herauskommenden wirkten gar völlig beeindruckt und entzückt!
Auf dem nächsten Foto hier links seht ihr wiederum ein Regierungsgebäude. Auf dem Foto sieht es gar nicht so riesig und kalt aus, wie in der Realität! Und um den offiziellen Teil dieses Berichtes komplett zu machen, hier der geistreiche Abschluss meiner sowieso schon wenig fundierten Beschreibung des Regierungsviertels: Hier unten seht ihr die Barracken! Seit dem Bau in 1870 hausten darin die Mitglieder der königlichen Garde und heute - ja heute kann man darin die Führung für obig erwähnten Königspalast buchen. Welch wunderbare Nutzbarmachung von historischen Gemäuern!
An jenem Tag, wie eigentlich auch an jenem anderen Tag, waren wir später noch am Strand. Es sei denn, wir waren sowieso schon den ganzen Tag am Strand - dann würden wir nach dem Strandbesuch nicht noch den abschließenden Strandbesuch ersehnen. Kurzum: Wir waren wirklich sehr oft am Strand! Das beschränkende Kriterium war indessen nur die Sonne - vielmehr unsere Haut, die sich einfach nicht endlos den Sonnenstrahlen aussetzen ließ. Was nicht heißt, dass wir einfach in der prallen Sonne darniederlagen und faulenzten und krebsig rot anschwollen. Nein. Aber wir sind sehr gerne an den Stränden der Insel spazieren gegangen und haben den Blick aufs Meer genossen. Den Blick, den Duft, den frischen Wind, das Rauschen der Wellen... alles das eben, was das Leben hier so lebenswert macht! :)
Um seine Liebe zum Strand zu dokumentieren, wünschte sich Jan auch ein entsprechendes Foto. Also schaut bitte einmal hier links: Das ist Jan, wie er sich entspannt an eine Palme am Strand anlehnt und dabei höchst unauffällig von einem ferngesteuerten winzigen Roboter mit Ton- und Bildaufnahme unter einem unscheinbar positioniertem und geschickt in die Landschaft eingebetteten Signalzylinder ausspioniert wird.
Was unsere kulinarischen Aktivitäten angeht, so haben wir nicht nur die lokalen Spezialitäten probiert, sondern uns auch angesichts der großen Auswahl nicht nur einen originalen Burger gegönnt. Unter anderem auch in diesem herrlichen Restaurant hier links zu sehen: In der Barfußbar direkt am Strand! Es ist wirklich traumhaft, hier bei Sonnenuntergang zu sitzen, den Blick aufs Meer zu genießen und dabei bei hawaiianischer Livemusik das Essen zu genießen. Ein Traum! Wenn man eine Etage weiter oben sitzen möchte und den erhabenen Blick auf das Meer genießen mag, dann muss man, erstens, dreimal soviel für das Mahl ausgeben und, zweitens, Schuhe anhaben, haha. Indessen Jan und ich unsere Wahl des Bereiches direkt am Strand für absolut richtig erklärten - nämlich in dem Moment in dem wir sahen, dass die Aussicht auf den höher gelegenen Etagen durch dunkle Markisen blockiert wurde - wohl damit man beim Essen bloß nicht von der fiesen Sonne gestört werden würde!
So, meine Lieben, das war nur der Anfang der Berichte von unserer schönen gemeinsamen Zeit hier. Bald gibt‘s endlich Fotos von Schwimmwesten, Kajaks, Kakteen und allen diesen wunderbaren Dingen! Bis dahin! ALOHA!