Waaah, bunte Fische, ÜBERALL!!!
 
Gleich in der ersten Woche sind wir zum Schnorcheln in die nahe gelegene Bucht „Hanauma Bay“ eingekehrt. Leider habe ich kaum Fotos machen können, denn meine feine Kamera wollte ich nur ungern am Strand in der Sonne liegen lassen! Im Gegensatz zu jener, meiner eigentlichen, Kamera ist jedoch diese, die uns sehr wohl durch den Tag begleitet hat, wasserdicht! Um nicht zu sagen: Es handelt sich dabei um eine Unterwasserkamera. Bevor ich jedoch den Umgang damit üben konnte, musste ich mich erstmal mit der eigentlichen Schnorchelausrüstung auseinandersetzen. Hierzu gehören folgende Ausstattungsteile:
1) Eine das halbe Gesicht abdeckende Tauchbrille
2) Ein Schnorchel, der an der Brille befestigt ist
3) Lange Flossen für die Füße
So weit so gut, ich hatte mich also im Basislager am Strand auf der Decke mit allen Elementen erfolgreich ausgerüstet und machte mich selbstbewusst auf den Weg ins Wasser. Naja... erstmal musste ich ZUM Wasser kommen. Irgendwie war mein Körper verwirrt darüber, dass meine Füße durch die Flossen nunmehr dreimal so lang waren, wie noch am selben Morgen. Stolpernd tollpatschte ich also zum Wasser und war nur froh, nicht schon auf dem Weg dahin hinzufallen. Puh, geschafft. Da war das alte Selbstbewusstsein wieder! Immerhin war ich seit jeher viel geschwommen und fühle mich auch außerhalb der gechlorten Schwimmbäder in offenen Gewässern sehr wohl und kann lange schwimmen und tauchen. Also ab dafür!
Frohen Mutes stürzte ich mich in die Wellen! Also um ehrlich zu sein... ich fiel gewissermaßen. Wegen der bereits beschriebenen Körperanhangselemente eben. Bevor ich losschwimmen oder tauchen konnte, musste ich mich erstmal etwas weiter ins Meer rausbringen, denn im 30cm hohen Wasser mitsamt Korallenriff konnte man sich auch ganz schön weh tun, wenn man da mal aneckte. Bis ich dann irgendwo angekommen war, wo ich mich schwimmend entfalten konnte - das dauerte schon so einige Minuten. Dann endlich wollte ich loslegen und dabei fühlte ich mich wie ... ja wie denn... vielleicht in etwa wie ein behinderter Pinguin mit Kettenhemd an. Mit Flossen schwimmt man ja eigentlich ganz anders als ohne - aber mein jahrelang eingeübter Beinschlag ließ sich auch bewusst einfach nicht abstellen. Das sorgte dafür, dass ich nicht mit den Wellen sanft im Wasser glitt, sondern vielmehr mich rückwärts strampelnd im Kreis zu bewegen schien. Auf der Stelle. Zwischenstand: Äußerst deprimierend. Soweit also die Übung mit dem Kopf noch über Wasser. Als ich dann die ersten Tauchversuche wagte, wurde es richtig verrückt. Ich bin eigentlich an das tiefere Tauchen gewohnt, der Schnorchel aber eben nicht. Und so, gleich beim ersten Tauchgang, lief der Schnorchel voll mit Wasser und ich habe mich richtig schön verschluckt, woraufhin ich die Tauchbrille mit der Luft aus der Nase zum Vibrieren brachte, denn auch dieses Stück saß normalerweise nicht dort. Das war dann der erste Kontakt meiner Augen mit Salzwasser, woraufhin ich die Augen ob des schmerzhaften Stechens nicht mehr öffnen konnte. Nachdem ich mich also mühsam ins Wasser manövriert hatte, schon mit blauen Flecken übersät war, drohte ich nun, 30 cm unter der Wasseroberfläche rückwärts im Kreis paddelnd durch genau jenes Wasser zu ersticken, welches ich mir gekonnt über den Schnorchel selbst in den Rachenraum beförderte, unterdessen ich durch das infiltrierende Wasser in meine Tauchbrille die Augen nicht mehr öffnen konnte und auf ewig in den Weiten des Ozeans zu verschwinden drohte.
 
... Das ist also die dramatische Variante, haha. Im Ernst, ich glaube, wenn gerade ein Hubschrauber unterwegs war, dann hatten die Passagiere durch mich fein etwas zu lachen. Ich hatte jedenfalls genug, zog die ganzen Sachen auf der Stelle aus und kraxelte (noch immer mit halb geschlossenen Augen) zurück zum Strand. Glücklicherweise passte mir Ferris ganz normale Schwimmbrille (siehe Foto), und so machte ich mich ein weiteres Mal auf ins Meer - jetzt in seit jeher gewohnter Ausstattung. Und nun fing der Spaß auch tatsächlich an! Sobald ich die ersten paar Meter unter Wasser hinter mir hatte dachte ich... unfassbar!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mittwoch, 14. September 2011
Ich glaubte bis dahin, das gäbe es nur irgendwo mitten im Ozean hundert Meter unter der Oberfläche oder vielmehr nur in den Disney Filmen der frühen 90er Jahre. So viele unterschiedliche bunte, gestreifte, gepunktete, lange, kurze, runde, längliche, einzelne, geflottete... einfach unfassbar viele verschiedene Fische!!! Und das dann noch vor dem Hintergrund eines strahlenden Korallenriffs! Wundervoll! So konnte ich - gar nicht tief unter der Oberfläche - durch die Korallen hindurch tauchen und den Fischen folgen. Die sind nichtmal scheu und akzeptieren einen ganz einfach als... hässlichen lahmen Wal oder so. Fantastisch!
Nun, um euch dieser Pracht zu vergewissern müsst ihr doch wieder auf einschlägige Naturdokumentationen (und Zeichentrickfilme!) zurückgreifen - denn weder ist die Unterwasserkamera hochauflösend, noch bin ich besonders geübt im Umgang damit. Deswegen seht ihr hier rechts nur eine (wohlgemerkt die beste!) Auswahl meiner stümperischen Unterwasserfotografie. Meistens waren die Fische schon wieder fort, sobald ich den Auslöser drücken konnte...
Sobald ich aus dem Wasser heraus war, ging Ina dann eine Runde schnorcheln. Wir haben uns abgewechselt, weil Ferris nicht ins Wasser wollte und somit immer eine von uns bei ihm am Strand blieb. So konnte ich auch endlich mal wieder meinem Hobby „Sandburgen bauen“ frönen! Ich liebe das! Und wenn man ein kleines Kind dabei hat, ist das sogar gesellschaftlich akzeptiert, hehe!
Nun dann, es stehen noch immer meine Berichte über das Surfen und anderlei aus. In zwei Tagen wird nun aber endlich Jan hier ankommen, so dass wir noch viel mehr Ausflüge machen werden um diese wunderbare Insel weiter zu erkunden. Das heißt für euch: Noch mehr Berichte, noch mehr Fotos! Also schaut mal wieder rein!