Takamatsu - Ende gut, alles gut.
 
Die schöne Stadt Takamatsu auf Shikoku war die letze der sechs Stationen auf meiner Rundreise im Dezember. Glücklicherweise saß ich nur kurz im Zug und konnte so den ganzen Mittag und Nachmittag darauf verwenden, bei bestem Wetter spazieren zu gehen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Aber man kann sich verbessern. Und je besser man wird, desto einfacher wird es. Je einfacher es wird, desto schöner wird es. Für mich kann ich sagen, dass ich die Zeit in Japan sehr genossen habe, aber auch insbesondere am Anfang noch viel dazu lernen musste, obgleich ich doch recht gut vorbereitet ankam. Manches zu lernen war schmerzhaft und erforderte es, Kompromisse einzugehen, welche man selbst nicht geschlossen hat. Aber alles das hat sich gelohnt.
Bisher hat mich noch keines der Länder, die ich kennenlernen durfte in dem Maße beeindruckt, wie Japan. Es fasziniert mich, wie die alten Traditionen und die komplizierten Gesellschaftsformen neben dem modernen und blühenden Großstadtleben und dem High Tech Boom weiterzuexistieren vermögen. Ich habe schon viel Japan erfahren, aber es ist noch lange nicht genug. Daher, bis bald, wunderbares Japan!
Sonntag, 7. Dezember 2008
Zuerst wollte ich einige Zeit im Stadtpark verbringen und danach.... ja danach... was eigentlich? Ich weiß es überhaupt nicht mehr, denn der Park war so groß und so wunderschön, dass ich einfach den ganzen Tag dort verbrachte. Da er recht weit vom Hotel entfernt lag, konnte ich aber auch viele schöne Eindrücke der Stadt als solche gewinnen. (Z.B. diese lustigen Straßenbegrenzungen, hier links sichtbar.)Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, ha!
Nun, was gibt es zu erzählen über einen Park? Nicht viel. Mal wieder verzauberte mich die Farbenpracht und die war hier tatsächlich allgegenwärtig. Ach, wie jämmerlich diese Worte neben diesen Fotos daherkommen, welche doch vielmehr zu sagen vermögen als ich. Daher nun keine weiteren Worte zum Park, sondern stattdessen nur ein klitzekleiner Abschlussbericht meiner ersten ewig ersehnten, lange herbeigewünschten und endlich wahr gewordenen Japanreise.
 
Japan zu verlassen fällt mir nicht schwer - was daran liegt, dass ich schon in wenigen Wochen wieder herkomme.
Natürlich ist Japan nicht genau so, wie ich es mir vorstellte und nicht alles das, was ich erwartete wurde Wahrheit. So ist es nie. Die Realität stellt sich immer als mehr oder weniger von dem abweichend heraus, was man zuvor im Geiste vor Augen hatte. Dennoch wurde ich in vielen Erwartungen bestätigt und vieles von dem, was von meinen Vorstellungen abwich hat mich umso mehr beeindruckt und meine tiefe Faszination für das Land und seine Bürger bestätigt und bestärkt.
Was mich sehr beeindruckt ist die Art und Weise, wie die Menschen miteinander umgehen. Ich wusste ja, dass Japans Gesellschaft eine von ungeschriebenen Regeln und unsichtbaren und nicht nachschlagbaren Konventionen geprägte ist, aber dass man wirklich von allen Menschen mit diesem höchsten Respekt und immer entsprechend der Norm überaus zuvorkommend behandelt wird, das war mit nicht bewusst und das hätte ich auch nicht gedacht. Man gewöhnt sich sehr schnell daran und auch in Japan als Serviceparadies, in dem der Kunde nicht nur König ist sondern scheinbar fast schon Gott fühlte ich mich sehr schnell überaus geborgen. „Wie du mir, so ich dir!“ sagt man, nech. So wie die Japaner mich behandelten arbeitete ich natürlich hart daran, meine mitgebrachten deutschen Tölpeleigenschaften so schnell wie möglich über Bord zu werfen. Ich vermute, dass es auch ganz gut geklappt hat, denn anders kann ich mir die zeitweilige Frustration nicht erklären, welche mich zurück in Deutschland mitunter einholte. Plötzlich wurde man nicht mehr um Entschuldigung gebeten, wenn man angerempelt wurde (indessen es in Japan gar kein Anrempeln unbedingt sein muss, sondern mitunter auch schon eine Berührung reicht), und wenn man sich selbst dafür entschuldigte, im Aldi jemandem im Weg gestanden zu haben, dann folgte als Reaktion ein triumphierendes Anheben der Kinnspitze.
Natürlich hat diese Form der Gesellschaft auch dementsprechende Nachteile. Solange alles gut läuft, niemand ein Problem hat, keine Fragen offen sind, ist Japan der beste Ort, an dem man sich wohl auf der ganzen Welt aufhalten kann. Nirgendwo ist es dann schöner. Gibt es aber ein Problem, dann wird es kompliziert. Denn zumeist wird dieses ungern als solches gesehen, sondern lieber ignoriert. Es gibt faktisch gar kein Problem, nur theoretisch. ;D Ähnlich ist es, wenn man etwas ... anders machen möchte als vorgesehen. Auch wenn es eine bessere Möglichkeit ist - sie war eben vorher nicht vorgesehen und daher gibt es diese Möglichkeit faktisch auch nicht. Sicherlich kann man das nicht pauschalisieren, aber tendenziell sollte man schon davon ausgehen, dass in Japan Probleme einfach nicht so offen behandelt werden können, wie wir es gewohnt sind und wie es sich ganz ehrlich auch bewährt hat. Aber komfortabler ist es eben, Probleme wegzuschieben. So ist auch keiner es schuld, und das ist doch wohl überaus angenehm, oder nicht?
Nun, das soll wirklich niemanden abschrecken, nach Japan zu gehen. Man kann schon damit klarkommen - man muss nur eben darum wissen! Und solange man sich dieser sehr komplizierten gesellschaftlichen Strukturen in Japan bewusst ist (diese ich hier wirklich nur angeschnitten habe, und die man im ganzen Blog nichtmal im Ansatz komplett vorfinden könnte...), kann man lernen, damit umzugehen. Als Westler wird man zwar niemals alles verstehen und sehen, niemals alles richtig machen und schließlich niemals wirklich ein Teil der japanischen Gesellschaft werden...