Ende gut, alles gut!
 
Da war ich nun, wieder in Tokyo. Jedes Mal, wenn ich in Japan ankam, so war das in Tokyo. Und jedes Mal, wenn ich Japan verließ, dann von Tokyo aus. Ganz so schnell ging das in diesem Fall aber nicht, denn erst standen uns noch vier ereignisreiche Tage in der Hauptstadt bevor.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sonntag, 11. Oktober 2009
In diesen vier Tagen habe ich freilich viel gesehen, das nicht neu für mich war. Gewohnt haben wir in Shinjuku, wir waren in Roppongi, in Akihabara, u.s.w.
Auch waren wir im Meiji Schrein, den ich bereits im letzten Jahr besuchte - nur fand dieses Mal gerade zufällig eine japanische Hochzeit statt. Ich frage mich, ob da jeder kommen kann, sich an diesem historisch höchst bedeutsamen Ort trauen zu wollen. Kann man denn z.B. im Kölner Dom heiraten? Fragen über Fragen.
Ob der fürchterlichen Hitze (also für mich angenehme Wärme) jedenfalls setzten wir uns gerne diesem Beschaunis aus. Jetzt im Juni herrschten bereits Höchsttemperaturen von weit über 30 Grad in Tokyo - manche behaupten, sie hätten mich in diesen Tagen sogar ohne Schal gesehen. Aber tatsächlich sprossen meine Sommersprossen wie verrückt und das deutet nicht gerade auf verhangene Himmel und niedrige Temperaturen hin.
In diesem Schrein bewegten wir uns grundsätzlich nur in den grünen Gebieten, wo uns das Blätterdach Schatten spendete und ansonsten entlang der Gebäude - aber niemals mitten auf dem Platz! Mit so einem riesigen Sonnenschirm inklusive Haltermensch, wie hier auf dem Bild zu sehen ist, wäre das vielleicht anders gewesen.
Weiter unten seht ihr eine kleine Horde Cosplayer - also Kostümierte, orientiert an Berühmtheiten, Anime- und Comicfiguren und anderen Fantasiefiguren - wie sie sich üblicherweise in Harajuku in direkter Nähe des Tempels tummeln. Eigentlich hatten wir bei diesem sonnigen Wetter noch viel mehr Cosplayer erwartet. Sich Sonntags an öffentlichen Plätzen den neugierigen Blicken der Beobachter und den gierigen Linsen der Hobbyfotografen zu stellen gehört schließlich zu den größten Hobbies vieler dieser jungen Tokyoer. Aber wahrscheinlich waren gerade die schwarz gekleideten Gothic-Lolita-Figuren schon auf dem Hinweg in der Hitze in alle Gullis zerflossen und nicht mehr auffindbar. Schade auch. Daher kann ich euch an dieser Stelle auch nicht die wirklich hübsch anzusehenden solchen Cosplayer zeigen, sondern nur... naja, sagen wir die... so durchschnittlich Schönen. Aber was sage ich da. Ist ja Geschmackssache, nech.
Nun stand aber noch ein Highlight an, das auch für mich etwas Neues versprach: Der Besuch des Ghibli-Museums in Tokyo! Ihr wisst schon - Filme wie „Das Wandelnde Schloss“, „Prinzessin Mononoke“, „Mein Nachbar Totoro“ und dergleichen - alle diese zauberhaften Traumwelten stammen aus den Studios Ghibli. Und weil ich die meisten der Filme gesehen habe, viele mehrmals, war es ein schieres Abenteuer, dort durch die Entstehungsgeschichten vieler meiner Lieblingsfilme zu stromern. Weil die verworrenen Gänge des Museums mitunter auch durchs Freie führten, hatten wir die Ehre, den großen Kollegen im Titelbild anzutreffen. Es war gar nicht so einfach, sich kurz mal alleine mit ihm zu unterhalten, weil Heeresscharen von Japanerinnen Schlange standen, um sich in der obligatorischen „Viktory-Pose“ vor ihm ablichten zu lassen. Auf allen diesen Fotos nun wird man mich im Hintergrund umherschleichen sehen, weil ich mir den stillen Beobachter ja ganz genau ansehen wollte.
 
Und so genoss ich sie, meine letzten Tage in Japan. Sicherlich hatte ich auch einige schlechte Erfahrungen gemacht, aber all die positiven Eindrücke und Gefühle überwiegen. Natürlich freute ich mich auch auf die Heimreise, aber der Abschied war nur deswegen überhaupt möglich, weil ich für mich ganz fest beschlossen hatte, wiederzukommen.
Aber bis dahin... werde ich vermutlich noch einige andere Ziele aufsuchen. Und sowieso - erstmal heiraten! :D Also - bis wir uns auf meinen Reisen wiedertreffen könnt ihr die Zeit wunderbar mit den Fotos unserer Hochzeit überbrücken.
Auf bald und... danke. Danke für die Aufmerksamkeit und das Interesse, die Gästebucheinträge und einfach eure Teilnahme. :)
Eure Livia.