Shimoda Episode 2: Ein Tag am Meer.
 
Urlaub. Natürlich war die ganze Reise bis hierher und fortan Urlaub, aber hier war es nun plötzlich so, dass man das Gefühl hatte, jedwede Pflicht würde von einem abfallen. Man wacht morgens auf, hört das Meeresrauschen, geht einige Meter hinunter zum Meer und weiß: Man muss nichts machen. Einfach nur existieren und es wird für immer so bleiben. Ein herrliches Gefühl.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freitag, 2. Oktober 2009
So schön es auch an diesem kleinen Strand direkt vor der Tür war, so machten wir uns dennoch wieder in Richtung Zentrum auf. Heute wollten wir, nachdem wir dort gefrühstückt hatten, am Meer entlang den Stadtrand entlang spazieren.
Allein der Weg vom Ryokan dorthin führt recht bald am Meer und am Hafen entlang. Diese merkwürdigen Bäume geben dem Ganzen dann noch dieses urlaubsnahe subtropische Karibikgefühl. Da muss man sich zwischenzeitlich immer mal wieder daran erinnern, dass man ja in Japan ist und nicht auf einer kleinen Touriinsel im Mittelmeer. Das kam dann aber wieder ganz schnell, je näher wir dem Stadtzentrum kamen, denn die vielen kleinen Nudelläden und freilich die obligatorischen Convenience Stores und Getränkeautomaten ließen nicht lange auf sich warten.
Die anstrengende Reise nach Tokyo steckte uns immernoch in den Knochen, so dass wir diese Ruhe und Idylle hier mit allen Sinnen genossen. Dennoch hatten wir die Idee, vielleicht einen Abstecher zum riesigen Unterwasserzoo zu machen, der sowieso auf unserer Route direkt am Meer lag. Dort sollte es schließlich sogar Pinguine und sowieso alle lustigen Tiere geben, die im und am Wasser leben! Nachdem wir dann die Eintrittspreise gesehen hatten, zog uns etwas hart aber heftig wieder in das Bewusstsein zurück, WIRKLICH in Japan zu sein. Wie teuer der Eintritt genau war, ich habe es verdrängt. Wenn ich mich recht erinnere 30, 40 Euro. :C So begnügten wir uns damit, alles auszuspähen, was sich im Außenbereich der Anlage vollzog. Da gab es die Delphine, welche wohldressiert im Kreis schwammen und brav alle Faxen machten, die man ihnen auftrug. Interessant, sind ja nett anzusehen, diese Tierchen. Aber fesselnd war diese Schau wirklich nicht und indessen sogar irgendwie deprimierend. Immerhin wackelte der Untergrund nicht und ich müsste mich fast übergeben wie damals beim Whale Watching in Island, erinnert ihr euch?
Nachdem wir uns dagegen entschieden hatten, komische Eissorten von den anliegenden Eisbuden zu probieren, gingen wir weiter und stießen so zufällig auf ein Becken mit riesig großen Meeresschildkröten am Meeresrand. Das Meer war da und es war groß, aber das Becken klein und scheinbar nur mit einem Hauch Meerwasser durchspült. Wiederum sehr interessant, aber auch deprimierend. Im Gegensatz zu den Delphinen waren die Schildkröten aber auch noch echt gruselig. Denn sobald man die Scheibe berührte, kamen sie angeschwommen und starrten einen mit einem undurchschaubaren Blick an.
Zum Abschluss nun noch einige schwarz/weiß Fotos vom Meer aus diesen wunderschönen Tagen in Shimoda. Und wohin geht es nun? Die vorletzte Station auf unserer Reise ist das kleine Nikko, bevor es uns zum Abschluss und schließlich Abflug ins atemberaubende Tokyo zurück zieht. Auf bald! :)