Draus' auf dem Lande
 
So! Bus! Strand! Wir wollen raus auf‘s Land! In die unberührte spanische Natur! Oder in einen großen Park, auch gut, ist ja FAST so wie unberührte Natur.
Deswegen war unser Ziel nun ein ganz bestimmter Bus, der laut einem Touristeninformationscenterangestellten, dieser da ein wenig Englisch sprach, an einer ganz bestimmten Ecke in Valencia etwa dreimal am Tag zu diesem Park fuhr. Ich verstehe immer noch nicht genau wie (und falls ihr darüber mehr Informationen braucht, so solltet ihr vielleicht Jan fragen...), aber wir haben diesen Ort in der Tat gefunden. Dann fragten wir den Busfahrer in fließendem Spanisch, ob das der Bus zu dem Park „La Albufera“ sei: „LA ALBUHFÄRAAAA!!?!?!?!?“ - während wir mit ausgestrecktem Arm in die Ferne zielten.
„Si si si si!“ „Gracias“.
Nachdem wir dann das Schutzgeld... ähhhhh, das Fahrtgeld bezahlt hatten, suchten wir uns ein lauschiges Plätzchen, schließlich wollten wir auf der recht langen Fahrt von 45 Minuten auch einen Eindruck der Umgebung bekommen. Da sprang uns ein freier Doppelsitz ins Auge, der sich jedoch bei näherer Betrachtung als unpassend erwies, weil er zu seinen Füßen einen riesigen Haufen von Erbrochenem beherbergte. Stank auch. Die bleibendsten Eindrücke erhielten wir neben diesem in der Sonne gereiften Geruch von dem zähen Stadtverkehr und den verstopften Straßen in der Innenstadt.
Sobald wir aus der Stadt herausgefahren waren (und wir uns an den Gestank gewöhnt hatten...) zeigte sich uns tatsächlich eine prächtige Aussicht. Da ich Gegner von touristischen Aus-dem-Bus-heraus-durch-dreckige-Fenster-hindurch-Fotos bin, gibt es davon aber keine Bilder.
Wann genau wir tatsächlich ankommen sollten, das wussten wir nicht. Aber eines stand fest: Der Ort, an dem der Bus nun hielt war nicht ein solcher, den wir uns vorgestellt hatten. Ein Strand war weit und breit nicht in Sicht, auch keine grüne Parklandschaft - nur ein kleines Dörflein, welches angesichts der ganzen Restaurants wohl keine Einheimischen mehr beherbergte, sondern nur noch Touristen und Kellner. Zudem packte Jan nun entfesselte Panik, zumal er befürchtete, dass an diesem Ort (es waren auch keine Bushaltestelle, keine Schilder oder irgendetwas dieser Art vorhanden) nie wieder ein Bus zurückkommen würde, um uns abzuholen. Deswegen rückversicherten wir uns diesbezüglich beim Busfahrer (in Gebärdensprache, unterstützt von intervallartigen Ausrufen englischer und spanischer Silben) und obgleich er uns vielleicht garnicht verstanden hat und uns vielleicht sogar für kommunikationsgestörte Affen hielt, waren wir uns nun recht sicher, dass wir irgendwann wieder abgeholt werden würden.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nachdem unser Ausflug doch nicht so spektakulär war, wie wir es gerne hätten, musste eine Alternative der bezüglich der Spektakularitätsbeschaffung her. Also gingen wir wieder in die Chocolateria. Und heute bestellten wir etwas ganz einfaches, etwas, auf das man eigentlich selbst kommen kann: Eine Tasse voll mit heißer geschmolzener Schokolade und dazu einen Haufen Fettgebäck. :D Während Jan nach schon kurzer Zeit aufgab, weil es ihm einfach zu schokoladig war, freute ich mich, dass ich damit umso mehr essen konnte. Wie kann man nur heiße geschmolzene Schokolade verschmähen? Verstehe ich absolut nicht. Für mich war das eines der Highlights in Valencia und schließlich unser letztes Erlebnis, bevor wir zum letzten Mal in unser Hotel zurückkehrten.
Am nächsten Morgen nämlich riefen wir uns ein Taxi, ließen uns zum Flughafen fahren, erreichten unseren Flieger pünktlich und machten uns auf den Weg zurück in die Heimat.
Und das Fazit? Eine wunderschöne Stadt, in der es viel zu sehen gibt und gerade im Winter ein unglaublich angenehmes Klima und tolles Wetter bietet. Also, bucht am besten den Flieger, gleich nachdem ihr aus Island zurückgekehrt seid! ;)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sonntag, 30. Dezember 2007
So denn, bestimmt gibt es hier doch irgendwas Sehenswertes - auch wenn es nicht das war, was wir erwarteten. Mit diesem Gedanken und mit großer Hoffnung machten wir uns zu einer ersten Erkundung auf.
Und dieses Dorf war tatsächlich ganz hübsch, und zumindest einen kleinen Strand gab es immerhin. Naja, vielmehr das Ufer eines Sees. Das Meer war offenbar von diesem Ort noch einige Kilometer weit entfernt.
Also: Keine langen Spaziergänge am rauschenden Meer. Dafür aber idyllisches Landleben mit jungen Männern, welche den ganzen Sonntag in kleinen Bötchen auf dem See herumpaddeln und vielleicht dafür bezahlt werden, dass sie den kommunikationsunfähigen Affen schöne klischeehafte Motive für ihre Fotos bereiten.
Und so wandelten wir umher. Die Straße mit den vielen Lokalen entlang, und die Parallelstraße, und auch die dritte Straße. Und dann as Gleiche nochmal. Dann aßen wir ein Eis. Und dann liefen wir wieder herum. Wissend (oder eher hoffend?), dass der Bus erst drei Stunden nach unserer Ankunft hier zurückkommen würde, machte sich langsam Langeweile breit. Es gab wirklich nicht viel zu sehen.
Langsam fing auch diese Idylle an, echt zu nerven. Denn immerhin gab es hier wirklich kaum Menschen, die hier wohnen und leben, sondern fast ausschließlich Städter, die am Sonntag mit ihren lauten stinkenden Autos hierher fuhren, um Paella zu essen. Und nebenher genossen sie wohl das, was wir hier nur hofften zu finden, aber vergebens suchten: Natur und Landschaft.
Als dann wirklich nichts mehr half, setzten wir uns einfach auf einen Spielplatz, aßen Kuchen und warteten darauf, dass die Zeit verfliegt. Glücklicherweise geschah das dann doch gefühlt schnell und wir gingen an die Bushaltestelle zurück. Also...an den Ort, an dem wir ankamen. Und glücklicherweise kam tatsächlich ein Bus - wie erwartet verspätet, aber er kam.
Die Rückfahrt dauerte nun leider länger als 45 Minuten, denn aus irgendeinem Grund fuhren wir noch zweimal in irgendwelche andere Richtungen und dann wieder zurück und hin und her.... so dass wir dann wieder zwei Stunden unterwegs waren und es schon dunkel wurde, als wir wieder in Valencia ausstiegen.
Dann wollten wir nurnoch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt machen, vielleicht etwas essen, um dann wieder zurückzukehren zum Hotel.
Hier nochmal ein kleiner Eindruck der spanischen Weihnachtsdekoration:
Etwas kitschig, aber irgendwie auch niedlich. Jedenfalls Grund genug für uns, unter den Wedeln der Palmen und im Lichtschein der grellen Lichterketten für ein Foto zu posieren.
Aber es scheint, als wäre hier auch alles großzügig ausgeleuchtet, wenn nicht gerade Weihnachtszeit ist. Jedenfalls gibt es in der Stadt eigentlich kein dunkles Eck und gerade die öffentlichen Gebäude und Plätze genießen eine wahre Lichtflut.