Schon Scheiße.
 
Schon Scheiße ist das, wenn der ganze Fußweg und auch der Gemüsestreifen daneben und ebenso die Straße so wie eigentlich alles, was für Hunde zugänglich ist, mit Hundehaufen gepflastert ist. Da muss man wirklich wachsam sein - was sich Jan auch vornahm, nachdem er die Spuren einer ersten unangenehmen Begegnung mit dererlei mit einigen Mühen in diesem oben zu sehenden Beet zurücklassen konnte. Pfui ist das! Es scheint in Valencia diesbezüglich keine verbindliche Regelung zu geben - später bemerkten wir, dass selbst unser Reiseführer Hinweise darauf enthält. Und denkt mal drüber nach, wie sehr das ein Problem sein muss, damit SOWAS in Reiseführern behandelt wird...
Nun ja, wenn man sich daran gewöhnt hat, dann kann man schließlich auch längere Fußmärsche problemlos überwinden, ohne in die Hundehaufen treten zu müssen. Das ist überaus bedeutsam, schließlich sind längere Fußmärsche mitunter vonnöten. Im letzten Eintrag hatte ich ja bereits vorweggenommen, dass dort, wo es laut Karte sein sollte, unser Hotel leider wohl nicht war! Man muss dazu sagen, dass das nicht in der Innenstadt war, sondern vielmehr in einem Vorort Valencias - indem auf den ersten Blick (und das änderte sich fortwährend nicht...) nur alte Menschen lebten! Englisch konnte keiner. Wir entschieden uns, mal in eine Bank zu gehen, um die Mitarbeiter nach unserem ominösen Zielort zu fragen. Die konnten aber auch kein Englisch. Auch die Frau nicht, welche auch gerade zufällig dort war. Glücklicherweise wohnte ein freundlicher Rumäne unserer verzweifelten Fragestunde bei und war sogar bereit, uns zu helfen. Erfreut durften wir feststellen, dass er das Hotel kannte (daraus schlossen wir, dass es tatsächlich existierte!) und es auch in der Nähe war. Also „Nähe“ jetzt aber mal weit gefasst. Nein, die Entfernung war schon in Ordnung, aber mit dem Gepäck und den Einkäufen erwarteten wir doch eher eine anstrengende Weiterreise. Unser Rumäne hatte gerade zu unserem Glück etwas Langeweile und begleitete uns solange, bis das Hotel sichtbar und damit zumindest theoretisch erreichbar war.
Er war auch sehr nett - sagt Jan. Denn interessanterweise hat er sich eigentlich nur mit Jan unterhalten und ob meiner augenscheinlichen Mühen mit Koffer und Einkaufstaschen nur Jan gefragt, ob er ihm etwas abnehmen darf. Daraufhin trat Jan gerne seine Kiste Wasser an ihn ab und nahm mir gleich die Taschen weg, damit ich nicht weiter diesen geplagten Gesichtsausdruck an den Tag legen musste. (Ist er nicht ein Gentleman?)
So weit so gut. Einige Zeit war nun vergangen, der Rumäne verabschiedete sich, das Hotel war sichtbar. Völlig naiv liefen wir einfach mal in diese Richtung - wobei wir diese des öfteren korrigieren musstet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das wäre natürlich von Vorteil, und so konnten wir wieder neue Motivation schöpfen, um trotz bereits mehrerer vergangener Stunden seit Verlassen des Supermarktes weiter zu gehen. (Eigentlich war etwa eine halbe Stunde eingeplant...)
Und was geschah dann? Dem Spannungsverlauf dieser Geschichte gemäß würde sich an besagtem Ort natürlich keine Unterführung befinden, sondern eine Rodelbahn oder so. Das war nun glücklicherweise nicht der Fall! Die Unterführung war da, das Hotel auch und nach nur wenigen weiteren Minuten kamen wir erschöpft an der Rezeption an.
Ich hatte schon vorher gebucht und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Schon das Foyer war wirklich schick - weiträumig und stilvoll möbliert. Das Zimmer war auch astrein, dunkles Holz und schlichte Eleganz. UND EINE BADEWANNE! :D
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eigentlich wollten wir abends noch in die Stadt fahren, zum Essen. Der Bus fährt auch direkt vor der Tür ab und gleich zur U-Bahn Station....aber wann und wo genau und welcher in welche Richtung - DAS wussten wir nicht. Konnte uns auch niemand sagen. Also beschlossen wir für die nächsten Tage, den 45-minütigen Fußweg zu nehmen - schließlich gab es viel auch hier in der Nähe des Hotels zu sehen und das Wetter war einfach prächtig.
An diesem Abend waren wir jedoch wirklich zu geschafft, um noch einmal in die Stadt zu fahren. Was wir gerade noch schafften war, zurück in den Ort zu gehen, um dort nach einer Essgelegenheit zu suchen. Angesichts fieser kleiner Kneipen mit Essvorrichtung (oder so... ;) ), wollten wir dann doch im Hotel von unseren Einkäufen zehren.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freitag, 28. Dezember 2007
Irgendwann jedoch begegnete uns ein Hindernis, das doch eher....schwierig zu umgehen war, nimmt man „umgehen“ denn wörtlich. Denn zwischen uns und dem Hotel fanden wir, nachdem wir mühsam einen Hügel erklommen hatten, zu unserem schieren Entsetzen eine Autobahn vor. Ei der Daus und so.
Nachdem wir und dagegen entschieden hatten, jemals wieder dem Autobahngott zu huldigen, liefen wir also einfach mal parallel zur Autobahn weiter. Als uns ein älteres Ehepaar begegnete, konnte ich nicht durch Worte, dafür aber in Hand und Fußisch herausfinden, dass es noch etwas weiter eine Unterführung geben sollte.
Bevor ihr alsbald erfahrt, was wir am ersten vollen Tag unserer Reise alles erlebt haben, schaut euch bitte noch diese wunderschöne herrlich kitschige spanische Weihnachtsdekoration an:
(Später kommen dann die Weihnachtspalmen...)